Extern oder Intern?

‚Extern‘ oder ‚Intern‘ ist hier die Frage

Extern oder intern, diese Entscheidung muss ein Unternehmen vor der ersten Bestellung eines Datenschutzbeauftragten treffen, denn ist die Entscheidung einmal für einen internen Mitarbeiter gefallen, ist das eine dauerhafte. Für eine spätere Abberufung muss schon ein sehr wichtiger und schwerwiegender Grund vorliegen!

In einer im März 2011 ergangenen Entscheidung hat sich das Bundesarbeitsgericht (BAG) umfassend mit dieser Frage auseinandergesetzt. Es hatte entschieden, dass es dem Unternehmen unzumutbar sein muss, den Datenschutzbeauftragten weiterzubeschäftigen. Das wären wichtige Gründe wie die dauerhafte Verletzung der Kontrollpflicht oder der Verrat von Geheimnissen, was jedoch auch zu beweisen wäre, verhaltensbedingte Gründe reichen dafür nicht aus!

Vielleicht hilft Ihnen die nachfolgende Aufstellung bei Ihrer Entscheidung:

PRO und KONTRA bei Beauftragung eines externen Datenschutzbeauftragten/-beraters

PRO / VorteileKONTRA / Nachteile
  • Fachliche Qualifikation durch spezifische und regelmäßige Aus- und Weiterbildung
  • Unter Umständen längere Einarbeitungszeit bis betriebliche Strukturen und Prozesse bekannt sind.
  • Weiterbildungskosten werden vom externen Berater getragen.
  • Berater ist nicht immer vor Ort, Aufgaben könnten daher zeitverzögert erledigt werden.
  • Weitreichende Praxiserfahrung, da externe Berater meist für mehrere Unternehmen tätig sind.
  • Je nach Vertragsgestaltung Kosten nicht nur für Beratung, sondern auch für Anreise, Hotel etc.
  • Betriebsblindheit fehlt: Externe Berater haben den Blick von außen auf das Unternehmen, Handlungsbedarf ist leichter auszumachen.
  • Dienstleistungsmentalität, starkes Pflichtgefühl dem Auftraggeber gegenüber
  • Dienstvertrag, also kein anwendbares Arbeitsrecht wie z.B. beim internen Mitarbeiter, der durch diese Position unendlichen Kündigungsschutz erhält.
  • Persönliche Neutralität dem gesamten Mitarbeiterstamm gegenüber.