Whatsapp und Co.

Whatsapp oder doch lieber Datenschutz?

Wer kann heute noch ohne Whatsapp kommunizieren, wenn Freunde und Familie nur noch diese App nutzen? Die Provider-SMS scheint eine aussterbende Funktion zu sein, denn der Instant Messenger Whatsapp ist nicht nur wesentlich preisgünstiger (ca. 1 EUR/Monat) sondern war bis vor wenigen Tagen auch cooler, hip und aktuell. Jedoch hat Whatsapp in den letzten Monaten vermehrt durch gravierende Sicherheitsmängel von sich reden gemacht, denn Gesprächsinhalte und Daten werden komplett unverschlüsselt übermittelt. Doch der Kauf durch Facebook vor einigen Tagen hat selbst die hartgesottensten Nutzer millionenfach von Whatsapp zu Threema oder Telegram abwandern lassen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Nun kann man den AGB von Whatsapp entnehmen, dass die Nutzerdaten der User an den neuen Eigentümer, nämlich Facebook, weitergeleitet werden können. Es ist anzunehmen, dass sie direkt auf den Facebookserver wandern, der sie in vielerlei Weise für Werbung und anderes nutzen kann und wird. Der Kaufpreis von 19 Milliarden US$ muss ja in den nächsten Monaten den entsprechenden Gewinn erbringen.
Aber welcher andere Messenger ist zu empfehlen? Welche Alternative ist nun sicher(er)? Die schweizer App Threema, Telegram, Line oder BBM (Blackberry Messenger)? Stiftung Warentest hat bei diesen Apps einen Sicherheitstest vorgenommen, wobei hier die Anwendung der Messenger außer Acht gelassen wurde, denn es ging allein um die Datensicherheit. Das Ergebnis bestätigt den bereits bekannten Favoriten, der in den letzten Tagen minütlich 100 Nutzer Zuwachs erfahren durfte und damit die Kapazität der eigenen Server nahezu sprengte: Threema. Leider gab es aber auch hier etwas zu kritisieren, denn der Quelltext ist nicht offen und war somit nicht komplett zu prüfen. Verlässlich ist jedoch, dass Threema die Daten verschlüsselt versendet und dass Threema auf europäischen Boden, nämlich der Schweiz, ihren Sitz hat.

Bei Telegram hingegen fehlten Impressum, Kontaktadresse und es findet sich eine AGB, die die Speicherung von Adressbucheinträgen der Nutzung erlaubt. Ob verschlüsselt versendet wird, ändert nichts am Ergebnis.

Ebenso erlaubt sich BBM das Zusammenfügen und Speichern von Nutzerdaten auf dem eigenen Server für andere Verwendung. Das ermöglicht u. a. das Erstellen von Persönlichkeitsprofilen. Da macht es die Verschlüsselung bei der Übertragung auch nicht mehr besser.

Auch Line hat sich in ihrer ABG das Recht eingeräumt, diese jederzeit ändern zu können, jedoch ohne ihre Nutzer darüber sofort informieren zu müssen. Das läßt viel Spielraum für die Nutzung von personenbezogenen Daten, gesendet wird jedoch verschlüsselt.

Vermutlich werden in den nächsten Monaten weitere Messenger folgen und es bleibt zu hoffen, dass diese den Datenschutz und die Verschlüsselung ernster nehmen werden. Ganz im Sinne Ihrer Datensicherheit!

 

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